UNTERBEZIRKSKONFERENZ DER JUSOS PASSAU

Veröffentlicht am 17.01.2018 in Arbeitsgemeinschaften

Acht Stunden haben die Jusos Passau getagt, bis weit in den Montag Morgen hinein. 18 Anträge waren zu beschließen, einige Wahlen abzuhalten, viele Diskussionen zu führen.

Um die 50 Leute haben sich am vergangenen Sonntag eingefunden, um die Unterbezirkskonferenz mit Neuwahlen abzuhalten. Nach drei erfolgreichen Jahren wurde Eric Tylkowski als Vorsitzender verabschiedet. Beerbt wurde er von Johannes Just, der der Herausforderung, künftig Bayerns liebsten Unterbezirk anzuführen optimistisch entgegensieht.

 

Sichtlich überrascht und erfreut zeigten sich die Jusos, ob des großen Interesses an der Konferenz. Um die 50 Genoss:innen und Interessierte hatten sich im Vereinsheim der Eisenbahnfreunde Passau e.V. in der Haizingerstraße eingefunden. Bereits in den Grußworten kam das Thema Groko auf, zu dem die Jusos Passau eine eindeutige Haltung haben. Sie lehnen eine Große Koalition ab. Hierzu sagte die stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Bayern: “Wir Jusos bleiben standhaft und sagen: Nein zur GroKo! Das Verhalten der Union hat gezeigt, dass ein vertrauensvoller und gar respektvoller Umgang hier nicht zu erwarten ist: Ob Zwergenaufstand, Dobrindts Angebot zum Parteitag zu kommen, Glyphosat oder Laschets Plauderlaune.” Auch der Landtagsabgeordnete Bernhard Roos schloss sich der Kritik an. Nach intensiven und durchaus kontrovers geführten Diskussionen über die aktuelle kommunalpolitische Lage, schritten die Genoss:innen zu den Wahlen und der Antragsberatung über.

 

In seiner Bewerbungsrede skizzierte der jetzt neue Vorsitzende Johannes Just den geplanten Kurs für den Juso Unterbezirk Passau: “Die letzten Jahre wurde tolle strukturelle Arbeit für die Jusos vor Ort geleistet, jetzt gilt es darauf aufzubauen: Wir wollen die Verzahnung mit unserer Partei weiter intensivieren, eine bessere Präsenz im ländlichen Raum schaffen und auch den engen Schulterschluss mit Bündnispartner:innen wagen. Die zentrale Rolle spielen hier naturgemäß Gewerkschaften, aber auch mit Wohlfahrtsverbänden, Bürger:inneninitiativen oder  anderen Jugendorganisationen müssen wir in Dialog treten.” Aber auch zu innerparteilichen Unstimmigkeiten äußerte sich der neue Vorsitzende: “In manchen Köpfen scheint es nicht vorgesehen, dass die Jungsozialist:innen auch Kritik äußern. Als linkes Gewissen innerhalb der Partei ist das aber genau unsere Aufgabe. Wir Jusos arbeiten aber sowieso konsensorientiert und zum Wohle der Partei. Für öffentliche Anfeindungen von Parteifunktionär:innen fehlt mir deshalb jedes Verständnis.”

v.l. stellvertretende Vorsitzende Nadja Becke, Georg Mitterbauer, Lorena Puqja und der Vorsitzende Johannes JustAuf die Ämter der stellvertretenden Vorsitzenden gab es überzählige Kandidaturen. Anders aber, als sonst in der Partei, gab es deswegen kein böses Blut. Frei nach dem Antrag “O3: Demokratiekandidaturen – mehr innerparteilichen Wettstreit wagen!” gab man sich danach die Hand und versprach sich eine gute Zusammenarbeit.

Bemerkenswert war die generelle Vielfalt der Anträge, die vorgestellt und intensiv diskutiert wurden. Beginnend bei einer Unterstützung des Warnstreiks der IG-Metall, über Bildungs- und Rüstungspolitik zur öffentlichen Daseinsvorsorge, Forschung und letztlich auch viel interne Organisation. Die Genoss:innen aus Passau nehmen das mit dem #SPDerneuern durchaus ernst. Die stellvertretende Unterbezirksvorsitzende Lorena Puqja stellte zusammen mit Erik Olcese einen Antrag zur Kürzung der Berichte auf Sitzungen und sagte hierzu: “Wenn man noch nicht so lange dabei ist, sind ewige Berichte nicht zielführend, sondern abschreckend. Vielmehr sollten die Informationen kurz und bündig gehalten werden, damit genug Zeit für die inhaltliche Auseinandersetzung bleibt.” Der Antrag wurde nach reger Debatte und einigen Änderungen mehrheitlich von der Konferenz angenommen.

Die Unterbezirkskonferenz gab kurz vor Ende den vier Kandidat:innen für den Bezirksvorstand, Lorena Puqja, Emilia Hummel, Nadja Becke und Luca Lüneburg, noch ein einstimmiges Votum mit auf dem Weg.  Sie endete nach regen Debatten mit dem Schlusswort des Vorsitzenden Johannes Just nach ca. acht Stunden um 1:53 Uhr.