Sexismus ist nicht sexy!

Veröffentlicht am 03.04.2019 in Allgemein

Unter dem Motto „Sexismus ist nicht sexy“ luden die Jusos Passau  zu einem Workshop in die Welcome Bar ein. Zum Equal Pay Day sollten sexistische Bemerkungen in Beruf und Alltag thematisiert werden. Die Gastgeberinnen Theresa Heumader und Meike Gras empfingen rund 15 junge interessierte Frauen und durften auch die Stadträtin Karin Kasberger als Gast begrüßen, die den Teilnehmerinnen des Workshops für Fragen und Tipps bereitstand und über eigene Erfahrungen zu berichten wusste.

„Trotz der Debatte über Sexismus, welche zum Beispiel durch #metoo angestoßen wurden, begegnen uns sexistische Sprüche weiterhin in Beruf und Alltag“, berichtet Theresa Heumader, die stellvertretende Vorsitzende des Juso-Stadtverbands. Sexistische Kommentare führen nicht selten zu Sprachlosigkeit, weshalb es notwendig wäre, sich darüber Gedanken zu machen, wie man in solchen Situationen selbstsicher und mit Deutlichkeit handeln könne. Nach einer Definition des Begriffs Sexismus wurden gemeinsam Vorurteile und Charaktereigenschaften gesammelt, die hauptsächlich Frauen zugeschrieben werden. Hierzu gehören nicht nur die klassische Rollenverteilung, die die Frau in der Verantwortlichkeit für Haushalt und Kinder sieht, sondern auch Vorurteile, die Frauen als emotional, „hysterisch“ und in technischer Hinsicht wenig begabt abstempeln. Im Anschluss tauschten sich Leiterinnen und Teilnehmerinnen des Workshops über sexistische Kommentare aus, die sie selbst bereits erfahren haben. „Es ist erschreckend, mit welcher Masse an Vorurteilen und Stereotypen wir Frauen konfrontiert werden. Abwertende Sprüche aufgrund ihres Geschlechts mussten alle Teilnehmerinnen schon zu Genüge hören“, resümiert die stellvertretende Unterbezirksvorsitzende der Jusos Passau Meike Gras. Es sei aber nicht nur offensichtlicher Sexismus, von dem die Teilnehmerinnen zu berichten hätten. Oftmals schleiche sich Sexismus auch unbemerkt in unsere Alltagswelt. Beispiel dafür wäre eine schlechtere Bezahlung oder auch der Ausschluss aus männerdominierten Berufen.

Mut machten den Teilnehmerinnen die zahlreichen Tipps zum Umgang mit sexistischen Kommentaren. „Oftmals hilft es Gegen- oder Nachfragen zu stellen, und das möglichst laut“, erklärt Theresa Heumader. Sexistische Kommentare würden oftmals halblaut fallen. Es könne also helfen, die Aussage des Gegenübers laut und langsam zu wiederholen. Die Nachfrage führe auch zu einer peinlichen Situation für den „Angreifer“, der seine Parolen nicht selten nur so dahinsage. Für Stadträtin Karin Kasberger sei besonders Schlagfertigkeit gefragt, wenn es um das Kontern von sexistischen Bemerkungen gehe. Oftmals reagiere sie mit einer Portion Humor und so gelänge es ihr nicht selten, Sprachlosigkeit beim Gegenüber auszulösen. Sie gab den Teilnehmerinnen an die Hand, sich besonders in männerdominierten Bereichen der Politik nicht entmutigen zu lassen und mit Selbstbewusstsein und Klarheit für die eigenen Ziele einzustehen: „Wenn ihr wisst, wo ihr hinmöchtet und was ihr wollt, dann merken das die anderen, dann könnt ihr euch durchsetzen.“

Die Veranstaltung endete mit einer gemütlichen Runde, in der sich die Teilnehmerinnen auch nach dem Workshop noch über viele Themen in Bezug auf Sexismus auszutauschen wussten. Karin Kasberger lobte das Engagement und aktive Interesse der jungen Frauen: „Ich bin begeistert, wie viele heute Abend gekommen sind und wie rege sich alle beteiligt haben. Das zeigt, wie wichtig das Thema ist. Jede hatten eine Geschichte zu erzählen“, resümiert Karin Kasberger.